Auf dem Gelände der Überlandwerk Rhön GmbH

Das bestehende Gebäude, welches 1939/40 als Schalthaus errichtet wurde, diente in letzter Zeit als Materiallager für die Bayerische Rhöngas.
Dieses Gebäude wird nunmehr umgebaut zur Heizzentrale für die Wärmeversorgung der städtischen und landkreiseigenen Schulen sowie der Kreisklinik Bad Neustadt
(weitere Wärmeabnehmer sind willkommen und können noch hinzu kommen).
Heizzentrale - Bau
Standort der Heizzentrale
Das bestehende Gebäude bleibt vom Grundriss her gleich, lediglich das Dach wird einseitig angehoben, um alle erforderlichen Komponenten unterzubringen. Zusätzlich wird noch ein Lagergebäude für Hackschnitzel mit integriertem Schubboden zur Beschickung des Biomassekessels errichtet.
Heizzentrale - Anlagetechnik
Hauptkomponente in der Heizzentrale wird der Biomassekessel. Dieser wird eine thermische Leistung von 2.000 kW haben, dies entspricht etwa dem 100-fachen eines Kessels für ein Einfamilienhaus. Mit diesem Kessel werden mindestens 80% des Wärmebedarfs der angeschlossenen Wärmeabnehmer erzeugt.

Zur Unterstützung bei sehr tiefen Außentemperaturen und auch zur Sicherstellung der Wärmelieferung wird noch ein sogenannter Spitzenlast- und Redundanzkessel mit einer Leistung von 5.000 kW installiert. Dieser Kessel wird mit Erdgas betrieben, und deckt maximal 20% des Wärmeabsatzes. Dies sind im Winter die absoluten Spitzen und im Sommer die Minimalverbräuche.

Kesselanlagen dieser Größenordnung zur Verfeuerung von festen Brennstoffen unterliegen dem Bundesimmissionsschutzgesetz. Dies bedeutet, dass Anlagen dieser Art zum einen einer Genehmigung bedürfen, und zum anderen, dass hier entsprechende Grenzwerte bei den von ihnen ausgehenden Emissionen (u. a. Schall und  Feinstaub) eingehalten werden müssen. Damit diese Grenzwerte nicht nur eingehalten, sondern auch noch ein gutes Stück unterschritten werden, wird ein Elektrofilter zur Rauchgasreinigung eingesetzt.

Das sichtbarste Zeichen einer Heizzentrale ist immer der Kamin. Nachdem zwei Kessel in der Heizzentrale stehen, werden auch zwei Kamine benötigt. Diese werden als Doppelkaminanlage ausgeführt.

Bei der Verbrennung von Holz (in welcher Form auch immer) bleiben Rückstände, die Asche. Diese wird in Containern, die vor der Heizzentrale stehen, gesammelt und von Zeit zu Zeit abgeholt. Zwei Drittel der anfallenden Asche könnte als Dünger weiterer land- oder forstwirtschaftlicher Verwendung zugeführt werden, ein Drittel muss deponiert werden. Diese Deponieasche stammt aus dem Elektrofilter, der nicht nur Ascheteilchen herausfiltert sondern auch Schwermetalle und andere belastende Stoffe. Und hier unterscheidet sich die Anlage wesentlich von den Holzheizungen im privaten Bereich. Dort sind solche effizienten Filter nicht vorgeschrieben und werden somit auch nicht eingesetzt. Im Klartext bedeutet dies, dass mit Hilfe dieser Biomasseheiz-
anlage eine Luftverbesserung in Bad Neustadt an der Saale stattfinden wird.

Wie kommt das Holz in Form von Hackschnitzeln nun in den Biomassekessel? Hierfür wird ein sogenannter Bunker mit einer Austragtechnik versehen. In Anlagen dieser Größenordnung wird hierfür ein Schubboden verwendet. Dieser transportiert die Holzhackschnitzel zu einer Fördereinheit (Schnecke oder hydraulischer Schieber), welches die Hackschnitzel in den Kessel transportiert.

Da ein Biomassekessel nicht punktgenau ein- und ausgeschaltet werden kann wie ein Öl- oder Gaskessel, wird zum Überbrücken der Trägheit des Systems ein Pufferspeicher in den Wasserkreislauf eingebaut. Die Größe richtet sich nach der Leistung des Kessels und/oder nach dem notwendigen Wärmebedarf und ist bei dieser Anlage ca. 35 m³ groß.